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Capalbio

Capalbio, eine Gemeinde in der Provinz Grosseto und etwa 60 km von Rom entfernt, ist ein wunderschönes Städtchen im Süden der Toscana. Es wird unter Insidern als der Tipp für einen außergewöhnlichen Urlaubsort gehandelt, da es noch verhältnismäßig wenige Menschen gibt, die über dieses touristische Kleinod Bescheid wissen. Es ist ein gepflegtes, mittelalterliches Städtchen, welches auf einer zum Meer hin auslaufenden Hügellandschaft liegt und schon von Weitem gut zu erkennen ist. Unmittelbar vor dem Ort kann der „letzte Strand der Toscana“ zum Baden und Entspannen genutzt werden. Umschlossen wird es von einer gut erhaltenen Stadtmauer und ist im Sommer immer wieder das Ziel von Touristen.

Archäologische Funde bezeugen, dass die Region schon in frühster Zeit besiedelt war, es aber unmöglich ist, die Herkunft der ersten Einwohner zu identifizieren. Der Ort selber wurde vermutlich im 11. bis 12. Jahrhundert gegründet und wird von einem doppelten Mauerring, auf dem sich beeindruckende Wehrgänge befinden, die auch heute noch begehbar sind, umschlossen. Schmale, steile Gassen führen zur Rocca Aldobrandeschi, einer Burgruine, die trotz ihres Verfalls Anziehungspunkt für viele Touristen ist. Gegründet wurde die Burg durch die frühen Aldobrandeschi, einem Familienclan von Klerikern, Äbten, kaiserlichen Vasallen und Bischöfen.

Städtebaulich ist Capalbio fast unversehrt und bietet dem Interessenten an urbaner Architektur des Mittelalters gute Studienmöglichkeiten. Über die Porta Senese gelangt man in den historischen Stadtkern, der sich im Laufe der Jahrhunderte immer wieder verändert hat und dadurch eine so frappierende Vielfalt an Fassaden und anderer Bauelemente aufweisen kann. Eine Inschrift über dem Tor zeugt von der um 1416 stattgefundenen Übergabe der Gemeinde an die Republik Siena. Über der Inschrift befindet sich ein Wappen mit einem Löwen, der zwischen den Klauen einen kahlen Kopf hält. Dieser Stadtkern ist bei italienischen Intellektuellen sehr beliebt. Im Mittelpunkt steht dabei die Pfarrkirche S. Nicola auf dem Urlaubsplan. Zwischen dem 12. und 13. Jahrhundert entstanden, musste sie im 15. Jahrhundert einen großen Umbau über sich ergehen lassen. An dieser Kirche ist die Apsis mit ihren Säulen und den fein ziselierten romanischen Kapitellen besonders hervor zu heben. Auch die Fresken der sienesischen und umbrischen Schule sind sehr bemerkenswert.

Da staunt der Besucher über die reizvollen und farbig gestalteten Hauseingänge, bummelt durch die mit Geschmack eingerichteten Spezialitätenlädchen, besucht eine der reichlich vorhandenen Galerien oder ruht sich bei einem Glas gutem italienischen Wein in einem Restaurant aus. Es gibt in den Gassen viele idyllische Winkel und kleine, liebevoll bepflanzte Gärtchen, die zum Verweilen einladen. Wer dann auch noch am Abend in Capalbio unterwegs ist, wird sich mit Sicherheit der besonderen Stimmung hingeben, die in den kleinen, schummerig beleuchteten Gassen aufkommt.

Der Küstenstreifen vor den Toren von Capalbio war früher ein ausgedehntes Sumpfgebiet und Brutstätte für die Malariamücke, was den Einwohnern sehr zu schaffen machte. Aber dieser Tatsache zum Trotz haben sich gerade da viele Pflanzen und Tierarten erhalten und so kann hier, dank dieses Wildreichtums auf Wildschwein, Fasan, Hase oder auch Wildkaninchen Jagd gemacht werden. Die einheimische Gastronomie gibt diesen Reichtum mit entsprechenden Leckereien an den Gast weiter.

Der kleine Burano See an der Küste von Capalbio ist ebenfalls noch ein bemerkenswerter Punkt dieser Region. In und an seinen Wassern überwintern unzählige Kormorane, Wasserhühner, Taucherenten, Tafelenten und auch Reiherenten. 1968 ist dieses Gebiet dank der WWF zum Schutzgebiet erklärt worden. Von August bis Mai können die Vogelliebhaber auf das Angebot der Naturschützer zurückgreifen und an geführten Vogelbeobachtungsexkursionen teilnehmen.

Alles in allem ist Capalbio ein Städtchen, bei dem es sich lohnt, über einen Urlaub nachzudenken.

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