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Toskana Urlaub mit dem Wohnmobil

Nach langen Überlegungen hatten wir uns entschieden - der diesjährige Urlaub sollte in Italien verlaufen, und zwar nicht in irgendeinem Hotel, sondern per Wohnmobil quer durch die Lande.

Wir starteten im Elsass, die nächsten Stationen waren Strasbourg, Morez, Grenoble. Unsere erste Nacht verbringen wir auf einem Stellplatz in Chorges. Am nächsten Morgen geht es auf der D900 weiter Richtung Italien, und bald sind wir auf Autostrada SS 546. Nahe Albisola sehen wir zum ersten Mal das Meer. Nach langer Suche beschließen wir später, uns einen Stellplatz in Moneglia zu suchen. Noch ein paar Panini und einen Capuccino, zur Feier des Tages gönne ich mir noch einen Caffe coretto - und dann ist unser erster Tag in Italien auch schon zu Ende.

Nach einer verregneten Nacht machen wir uns weiter auf den Weg und erreichen die Toskana nahe Marina di Carrara. Sofort denken alle an den berühmten Marmor, und richtig - der Strand ist voller kleiner Stücke davon. Später kommen wir nach Viareggio, und angesichts der vielen Menschen im Yachthafen wird uns schnell klar, warum man den Ort auch die "Copacabana der Toskana" nennt. Wir besichtigen noch den Hafen in Livorno und die alte Festung, bevor wir den nächsten Stellplatz für die Nacht in Cecina finden. Am Ortseingang befindet sich ein kleines Lokal, und obwohl es hier sehr schnell sehr voll und laut wird, genießen wir ausgiebig Pizza (doch irgendwie anders als in Deutschland) und Wein, bevor es wieder in den Alkoven geht.

Für den nächsten Tag hatten wir einen Ausflug entlang der Küste geplant. Wie aus dem Bilderbuch erscheint uns das Dorf Bolgheri, eingebettet in Weinfelder und Olivenhaine. Wir erleben die schönste Zypressenallee des Landes, als wir uns nach Castagneto aufmachen. Überall stehen die typischen Mandelbäume, und wir fühlen uns ein bißchen wie in einer Filmkulisse. Im Laufe des Tages schaffen wir es bis nach Populonia und finden einen Parkplatz gar nicht weit vom archäologischen Park. Populonia war schon zu Zeiten der Etrusker ein bedeutsamer Hafen, und aus jedem Winkel weht einen der Hauch der Geschichte an. Nach einem kleinen Spaziergang tut sich ein sagenhafter Blick über den Golf von Baratti auf, aber dann wollen wir doch noch weiter. Die Nacht verbringen wir in Marina di Grosetto.

Der kommende Tag begrüßt uns mit strahlendem Sonnenschein, und nach dem üppigen Frühstück (Italien wirkt irgendwie sehr appetitanregend) machen wir uns auf nach Ortbetello und Porto Ercole. Nach einer ausführlichen Erkundung zu Fuß beschließen wir, das restliche Sightseeing per Wohnmobil zu absolvieren. Unsere Inselrundfahrt gestaltet sich wegen der teilweise schwierigen Straßenverhältnisse etwas abenteuerlich, aber auch voller herrlicher Ausssichten. Abends, zurück in Orbetello, essen wir sehr lecker in der Osteria "Il Nocchino" und dann fallen uns auch schon die Augen zu.

Das nächste Highlight der Reise soll die Therme von Saturnia werden. Ich bin skeptisch, aber meine Frau steigt gleich einmal in das fast körperwarme Thermalwasser. Leider ist hier die Parksituation (am alten Badehaus) für Wohnmobile nicht ganz unkompliziert, und bevor die Carabinieri noch platzen, fahren wir lieber weiter. Eigentlich wollten wir noch den höchsten Berg der Toskana besichtigen, aber plötzlich auftauchender Nebel hält uns dann doch davon ab. Dafür spazieren wir später durch die Altstadt von Pienza, kaufen Schafskäse und Wein und nehmen einen kleinen Imbiss, bevor die Reise weitergeht nach Montepulciano. Viele bezeichnen den Ort als Herz der Toskana, und der berühmte Wein übertrifft unsere Erwartungen.

Am folgenden Morgen lockt uns der Markt, auf dem man wirklich tolle Leckereinen erstehen kann. Bestens versorgt fahren wir weiter nach Umbrien und finden einen sehr idyllischen Stellplatz am Trasimenischen See. Hier in Castiglione entdecken wir die Festung Rocca del Leone und schlendern abends durch die malerische Altstadt. Die Nacht ist kühl, aber unsere Laune am Morgen könnte nicht besser sein. Heute wollen wir eine der drei Inseln im Lago die Trasimeno erobern. Ein bißchen entsteht der Eindruck, als würde man das Dorfleben nur als touristische Attraktion aufrecht erhalten, aber später werden wir Zeuge von Filmdreharbeiten. Das entschädigt uns. Das Mittagessen nehmen wir in Cortona ein, und nach einer kleinen Pause gehts nach Arezzo. Hier tobt das sprichwörtliche italienische Leben: Autos, Mopeds, ein gehöriger Geräuschpegel und Schilder über Schilder! Allerdings hält uns all das nicht von einer Stadterkundung ab. Viel zu sehen gibt es allemal, uns haben es besonders die Turmhäuser aus dem Mittelalter angetan.

Zwei Tage später sind wir in Urbino. Der Maler Raffael stammt aus diesem Ort, und wir nehmen uns die Zeit für eine Stadtbesichtigung. Weitere Stationen unserer Reise sind Misano Adriatico, Mondavio, Pergola und Fano. bei durchwachsenem Wetter haben wir immer wieder Gelegenheit, Land und Leute auch von der nicht-touristischen Seite kennenzulernen.

Früher oder später jedoch müssen wir auch wieder an die Heimreise denken. Die erste Etappe des Rückweges soll bis zum Gardasee gehen, und als wir dort ankommen, werden wir im Restaurant bereits auf Deutsch begrüßt. Ein eindeutiges Zeichen dafür. dass der Italien-Urlaub zu Ende geht. Da es aber wie aus Kübeln schüttet, fällt der Abschied nicht ganz so schwer.

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